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26. Juni 2007 – Von Barden, Hunden und Jagdfallen

Bloged in Berichte ab dem Jahre 1655 3. Zeitalter by admin Dienstag Juni 26, 2007

Nachdem die Trauer und der größte Schmerz verflogen war, waren die Helden wieder auf dem Weg und wie schon erwähnt hatte mein liebes Eheweib beschlossen den jungen Sohn des verstorbenen Hetmannes Atar auf Herz und Nieren zu testen. Akar war ein junger Bursche und voller kindlicher Aktivität und bisweilen sogar einem Schwang Naivität. Dennoch war er mutig und noch auf dem Weg in die Sümpfe der Entwasser war er es, der das inzwischen auf jeder Reise obligatorische Pferderennen für sich entschied, obwohl so erfahrene Reiter wie meine Frau und auch Escalon von Bruchtal dabei waren. Eine Tatsache, die für sich sprach und auch wenn Escalon ihn in den folgenden Reisetagen und vor allem in den Abendstunden hart ran nahm, bewährte sich der junge Mann zumindest in Sachen Wille und Beharrlichkeit.

Nach einigen Tagen der Reise erreichte man Imdorad, sozusagen der Verwaltungssitz der Region, gelegen am Onodló und einzige Stadt die sich rühmen konnte eine dauerhafte und stabile Brücke über diesen launischen Fluss zu haben. In Imdorad herrschte mehr Betrieb als sonst, denn aus verschiedensten Landesteilen, von nah und fern, waren Barden gekommen. Ein Festival der Musik, der Poesie und der Muse fand statt. All diese Künstler, Sänger, Musikanten, Barden, Skalden und Schausteller verwandelten das sonst etwas triste Städtchen im Sumpf in ein lebendiges Allerlei verschiedenster Kulturen. Auch Händler waren mehr vor Ort als sonst und die Gasthäuser, ob reich und edel oder völlig herunter gekommen, waren voll. Die Stadt lebte…

Während Tharion die Abendstunden nach Ankunft im Gasthaus mit einem Spaziergang rund um den Nordteil der Stadt verbrachte, waren es Akar, Celissa und Escalon, die sich unters Volk mischten und ein wenig einkauften, was benötigt wurde. Erst spät und erst als selbst die Sommersonne ihren Dienst bereits fast quittiert hatte, kehrte man zum Gasthaus zurück. Während Tharion aus einer Seitengasse kam und seine Gefährten abwartete um gemeinsam den Schankraum zu betreten, kamen die anderen drei von Süden her auf ihn zu.

Plötzlich zeriss ein gellender Schmerzensschrei die Nacht und alle fuhren herum. Aus dem Sumpf, aber dennoch nahe der Stadtgrenze musste es gewesen sein. Die Gruppe hastete in die Dunkelheit der aufziehenden Nacht und suchte das Gelände ab. Akar fand am Wegesrand einen jungen Barden liegen. Er rannte hin, beugte sich über den vor Schmerz zitternden Körper und sah, das eine schwere, eiserne Jagdfalle sein Knie regelrecht zertrümmert hatte. Doch nun rächt sich die stürmische und unüberlegte Art des jungen Akar, der alleine dem Barden zur Hilfe geeilt war, ohne sich vorab umzusehen. Noch bevor die Gruppe hätte eingreifen können, war ein Rudel Jagdhunde bei dem Barden und Akar. Sie fletschten die Zähne, bissen zu und warfen Akar zu Boden, bis plötzlich der Boden bebte und kurz darauf die dröhnende Befehlsstimme der Chaosmagierin ertönte. Celissa befahl mit magischer Macht dem Rudel der Hunde Einhalt und sie liessen ab von ihren Opfern.

Drohend sprach sie mit den Hunden, welche sie wohl verstanden, ob der Macht, welche sie verwendete. Doch Antworten gab es nicht und noch bevor sie einen neuerlichen Plan hätten schmieden können, waren die Hunde plötzlich im Unterholz verschwunden und ausserhalb ihrer Reichweite. Akar würde sich schnell erholen, denn schlim waren seine Verletzungen nicht gewesen, doch Escalon und Tharion straften ihn mehr, als ihm lieb war, denn Unachtsamkeit würden sie weiterhin nicht dulden und ihre Blicke trieben ihn in die Enge, wie es kaum ein Hund hätte tun können. Vor allem Escalon bürdete ihm im Nachhinein für diese Dummheit eine miese Arbeit nach der nächsten auf und auch wenn Akar nicht immer klaglos blieb, fügte er sich. Dennoch kam für den Barden jede Hilfe zu spät, denn die Hunde hatten ihn mit einen einfachen Nackenbiss ins Reich des Todes geführt.

Man schaffte den Leichnam nach Imdorad und wären die Handlungen und die gewählten Worte nicht so umsichtig gewesen, wären hier wohl auch noch eine Vielzahl der Barden im Rausche von Met und Branntwein auf die Helden los gegangen. Man machte sie als Mörder aus. Doch passiv, betont gewaltlos und durch die Hilfe eines einflußreichen Beamten, wurde diese Situation nicht zu einem weiteren, sinnlosen Blutbad. Doch wer stellt solche Fallen auf, die sogar ein Knie zerschmettern. Kleinwild würde zerbersten und Großwild gibt es in den Sümpfen so nicht. Und auch stellt man solche Fallen nicht so nah an den Wegen auf. Nein, diese Fallen waren dort, um Leid und Schmerz zu bringen.

Da es keine Fakten mehr gab und auch die Spuren der Jagdhunde ins Nichts führten, begann man mit dem Befragen der Barden. Schnell kam die Geschichte vom „verbitterten Alten vom schwarzen Weiher“ ans Licht. Einst wohl ein Fürst oder Großgrundbesitzer in der Gegend und wohl jemand, der die Musik schier hasste, lies er doch laut der Sage die Instrumente verbrennen, Barden aufhängen und jeden Sing Sang bei der Todesstrafe verbieten. Ein bisschen Wahrheit existiert aber in jeder Sage und so gibt es auch den schwarzen Weiher. Nahe dem einzigen Berg Amon Eren und unweit des Fischerdörfchens Ardalmar sollte er liegen.

Ein Fischer namens Garian erklärte sich bereit die Gruppe den Fluss hinab zu bringen und schon nach wenigen Stunden, waren die Helden in einer unwirklichen Gegend. Weißlicher Nebel, Hundegebell und Gejaul und alles nur dumpf zu hören. Doch kein Hund weit und breit, wohl aber drei riesenhafte Galgen. Wie paralysiert und über einen Kanal hinweg beobachten die Helden einen riesengroßen Mann, welcher eine junge Musikerin aus der Schlinge nimmt und zum Rande des Kanals trägt. Wenig später sind es die ekelhaften Sumpfgeister, die man Muhlipps nennt, welche sich den toten Körper der Frau greifen, zerreissen und mit in die Tiefe nehmen. Immer noch wie fest gefroren blickt plötzlich der Mann in ihre Richtung und auch wenn unsere Helden wohl verborgen gewesen sein müssen, stockt ihnen fast das Blut in den Adern und sie hätten fast ihre Deckung vernachlässigt. Von der anderen Seite des Knals starrt sie ein bleicher Schädel an und seine tiefen, finsteren Augenhöhlen implizieren tiefe Trauer und endlose Traurigkeit. So plötzlich wie er hinüber starrte, wendet sich der Alte wieder ab und trottet in den Nebel. Weg ist er!

Aus der furchtsamen Lethargie reißt unsere Helden doch ruckartig und nicht minder schrecklich der Angriff weiterer Muhlipps. Aus dem brackigen Wasser schnellen sie hervor und das Wasser was ihnen aus den Kehlen rinnt brennt auf der Haut wie Feuer. Ihre Krallen sind scharf und ihre Münder breit und sie beugen sich voller Gier über die zunächst zurück weichenden Helden. Doch dann ein heller Glanz und weißliches Licht durchbricht die Todesstimung. Escalons Magie erstrahlt nun und weist die Geister des Sumpfes in ihre Schranken. Schreiend taumeln sie zurück, geblendet und verschreckt. Dann prasseln die Waffen der Gefährten auf die halb hilflosen Muhlipps ein und treiben sie zurück in ihr brackig-feuchtes Zuhause.

Doch wer war denn nun der Untote drüben an den Galgen und wem gehören die ausgebildeten Jagdhunde? Wer legt die Fallen aus und ist an der Geschichte von dem verbitterten Alten vom schwarzen Weiher vielleicht noch mehr dran? Insofern unsere Helden erfolgreich sind, wird es auch hier bald zu lesen sein…

In Demut… euer Berichterstatter und Geschichtenschreiber

Mahír der Rote

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