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19. Juli 2007 – Der Sumpfdrache

Bloged in Berichte ab dem Jahre 1655 3. Zeitalter by admin Donnerstag Juli 19, 2007

Da lag nun dieses kleine und geheimnisvoll wirkende Kastell inmitten eines sumpfigen Deltas, welches man die Entwasser nennt und welches von solch vielen Legenden und schrecklichen Geschichten durchzogen wird. Dort, in diesem schmucken Wasserschlösschen hatte sich Gefährliches und Schlimmes zugetragen und noch während Escalon hoffte der Gruppe in Imdorad zu begegnen, beschlich ihn ein dumpfes Gefühl das etwas ganz und gar nicht in Ordnung sei. Bei den Waldelben hatte er nichts heraus finden können, doch einen Weg zu dem Schlösschen am schwarzen Weiher konnten die Waldeleben ihm benennen und so ging er nun strammen Schrittes zurück in die Stadt um zumindest diese Karte zusammen mit seinen Freunden zu nutzen. Doch seine Freunde hatten sich bereits auf den Weg gemacht. Lediglich der Fischer Garian, der Escalon von der ersten Expedition in der Nähe von Ardalmar noch bekannt war, war auffindbar und dank dem guten Mann hatte auch Bruchtals reisefreudigster Elb eine sichere Passage in die Nähe des Weihers.

Noch am Abend saßen die beiden Männer in Ardalmar gemeinsam am Feuer und Garian, welcher nicht dumm und schon gar nicht schmächtig war, interessierte sich immer mehr für die spannenden Geschichten, von denen er Escalon eine nach der Nächsten abnötigte. Auch wenn es Escalon sich nicht anmerken ließ, war er sehr dankbar, als Garian endlich die Frage stellte, ob er ihn zum schwarzen Weiher begleiten dürfte und so war es der frühe Morgen der den Beiden entgegen kam, als sie sich auf den Weg machten. Noch am Abend erreichten sie das Schloss und außer einen schwachen Feuerschein und huschenden Schatten war nichts zu erkennen. So traten die Männer auf den Brückenweg zu und gaben sich zu erkennen.

Am Tor weilte zu der Zeit der junge Akar der sich bereits mit den Wach- und Jagdhunden des dahingeschiedenen Fürsten gut angefreundet hatte. Als er Escalons Stimme vernahm, stieg ihm der Schalk in den Nacken und so mimte der die Stimme eines alten Mannes und hielt sowohl Garian als auch Escalon eine drohend lange Zeit hin. Erst als ihm die Situation ein krampfhaftes Lachen abnötigte gab er das Verwirrspiel auf und lud beide zum Abendessen in die Küche ein. Escalon und auch Garian schäumten vor Wut und eigentlich hätten sie ihm gerne die Hammelbeine lang gezogen, doch Garian war nicht in der Position und Escalon tat das, was eigentlich noch viel schlimmer war. Er merkte sich, was Akar getan hatte und so schnell würde er es nicht vergessen.

Akar, Brendik , Tharion und Celissa waren vor einem Tag noch in einem Gefecht, im Innenhof des Schlosses nur sehr knapp einer Niederlage entgangen und so war es Tharion, der sich von schwersten Verletzungen erst noch erholen musste. So hatte man sich im Schloss eingerichtet und lediglich Brendik brach am Morgen nach Escalons Eintreffen auf, um die beiden Barden, welche sich ergeben hatten, nach Iant Arnor, einer gondorianischen Garnision in der Gegend zu bringen. Der Rest blieb auf dem Schloss und nutzte die folgenden Tage für die Erholung und andere Dinge. Während Tharion durch intensive Meditation seinen Körper sehr schnell wieder herstellte und sich bereits nach drei Tagen von einer tödlichen Verletzung erholt hatte, suchte Mariette nach Kräutern um die verloren gegangenen Vorräte wieder aufzustocken. Akar jagte in der Umgebung und Escalon unterrichtete den ehemaligen Fischer Garian in der Kunst des Lesens und des Rechnens, denn Tharion erhob Anspruch auf das Gut des Fürsten, doch verbleiben wollte er dort nicht. So setzte man Garian als ortskundigen Verwalter ein und stattete ihn mit all dem Wissen aus, was er benötigte. Tharion nahm sich sogar noch Zeit die dort vorherrschende Sprache zu lernen, so dass seine Rückkehr irgendwann einmal sicher stellen sollte. Tatsächlich muss man sagen, dass dies dunkle und geheimnisvolle Fleckchen Erde sehr gut zu unseren noch jungen Istari passte.

Nach insgesamt zehn Tagen entschloss man sich Brendik nach Iant Arnor zu folgen und so überließ man Garian nun das Gut und machte sich auf den Weg zur Garnisionsstadt, welche etwa drei Tage in südlicher Richtung, quer durch den Sumpf der Entwasser lag. Dort angekommen, war von Brendik keine Spur. Scheinbar war er anderen Pfaden gefolgt und hatte sich mal wieder von der Gruppe abgesetzt, wie es ja auch in der Vergangenheit schon oft vorgekommen war.

Doch lag eine gewisse Panik über der Stadt und nahe der Garnision war auch der Heldengruppe schon eine unnatürlich breite Schneise im Unterholz aufgefallen. Überall sprach man von einem Untier, einem Monster. Man sprach alsbald schon überall von einem… Drachen! Auch in Nachbarorten wollte man das riesenhafte Tier gesehen haben und so nach und nach formierte sich eine regelrechte Bürgerbewegung, welche ausgerechnet Tharion, Celissa, Akar und Escalon darum baten, sie auch noch von diesem Schrecken zu erlösen, hatten sie doch ohnehin schon viel Gutes hier getan. Man brachte ihnen Geschenke, gab ihnen zu Essen und ließ sie auch umsonst wohnen. All das wäre vielleicht schon genug gewesen, doch vornehmlich die hilfesuchenden Augen der Kinder von Iant Arnor waren es, die selbst das steinerne Äussere des elbischen Paladins Escalon erweichten und seine Worte waren es dann im Verbund der Heldengruppe, die dafür sorgten, dass sch die Vier auf den Weg machten, einen Sumpfdrachen zu jagen.

Spuren gab es genug und ihnen war leicht zu folgen, doch an einem größeren See, nordwestlich der Garnision war dann Schluss. Während Celissa noch gedankenversunken grübelte und Escalon etwas ratlos am Ufer hin und her lief, versteckte sich der junge Akar, dessen Herz schon ein wenig verzagte in Anbetracht dessen, dass es sich um eine Drachenjagd handelte. Tharion war es, der alle aus dieser merkwürdigen Lethargie holte, als er ohne groß zu verweilen einen dicken, schwarzen Stein packte und ihn mit einem lauten Platsch ganz unverhohlen im See versenkte. Entgeistert sahen ihn die anderen an, aber Tharion entgegnete nur, dass sie doch eigentlich nur aus diesem Grunde gekommen waren.

Was folgte waren Wellen und brodelnd-schäumendes Wasser. In unglaublicher Geschwindigkeit schoss die Bestie, tatsächlich durch den Steinwurf angelockt, aus den düsteren Tiefen des Wassers auf den kurzen Strand und sprengte die Gruppe der Helden mit einem Ruck auseinander. Kein Drache im eigentlichen Sinne, wohl aber ein riesenhaften Krokodil mit einer Höhe von gut und gerne 3 Schritt, über 20 Schritt Länge und über vier Schritt Breite. Tharion erwischte der Stoß am heftigsten und auch wenn im nachfolgenden Kampf das Untier dem einen oder anderen Helden noch schlimme Schmerzen und arge Verwundungen zufügte, war es dann doch erneut der Verbund unserer Helden die siegreich waren. Akar hatte sein Herz wieder gefunden und war mit brutaler Axtgewalt auf das Vieh losgegangen und Escalons Pfeile trafen platziert, nachdem er seine so geliebte Schwarzmetallklinge, ein Geschenk Atars , im Bauch des Untiers abgebrochen hatte. Lediglich Tharion musste sich in Sicherheit bringen, denn seine geistige Kraft wollte sich nicht in dem Maße sammeln, wie er es gewöhnt gewesen war. Dennoch, die wenige Magie, die er anwandte war stark und schädlich für die schuppige Echse. An vorderster Front kämpfte allerdings Celissa und immer wieder trieb sie ihr magisches Elbenschwert in den Panzer des Drachen. Tiefe Schnitt- und Stichwunden brachte sie dem Untier bei und so war ihr auch der entscheidende Schlag nach einigen Minuten Kampf geglückt. Ein Hieb in die Flanke des Drachen warf das Ungetüm nieder und seit diesem Erlebnis räumt sich nun auch sie ein, ein Drachentöter zu sein.

Ruhm und Ehre hatte man erlangt und man hatte Schätze, Gold und Artefakte sichern können. Der Gerechtigkeit wurde genüge getan und den Menschen der Entwasser ein Stück Sicherheit wieder gegeben. Nun war es an der Gruppe weiter zu ziehen, aber wohin die Hufe ihrer Pferde sie tragen würden, war auch mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst.

In Demut… euer Berichterstatter und Geschichtenschreiber

Mahír der Rote

Kommentare »

  1. Glückwunsch. Sehr gut gemacht. In einer recht ungemütlichen, nassen Gegend einen Drachen besiegt. Hut ab.

    Beste Grüße

    Torshavn

    Trackback by Torshavn 6. September 2007 6:12

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