Über Szarko, einem Zimmermann und Vampir...

Lange Zeit war Szarko all das was man sein muss um von seinen Eltern als guter Sohn bezeichnet zu werden. Er war ein kluger Kopf wenn es um den Handel ging und er war in der Holzverarbeitung ein wahrlich geschickter Bursche. Er lebte mit seiner Familie in Rhudaur, jenem rauen Landstrich westlich des Nebelgebirges, welches unter dem düsteren Einfluss von Angmar im dritten Zeitalter steht. In der gesamten Zeit war Rhudaur immer ein raues Land gewesen und seine Bewohner waren sehr zäh. Im Norden des Landstrichs sind es die Nordmänner und bisweilen sogar Zwerge und Orks, die in den zerklüfteten Höhen leben und im Süden sind es die Mischblüter, die man Eriadorer nennt. Alles Menschen, denn nur wenige Elben blieben zurück und jene Zwerge die den Untergang Morias überstanden, verbargen sich in ihren Höhlen. Nur Orks waren hier nicht auf dem Rückzug. Szarko hatte sein Leben immer geliebt, war hilfsbereit, stets offen und immer, ja fast rücksichtslos ehrlich. Auch sein Glauben an das Gute mag jenem Wanderer damals Einlass in sein und das Haus seiner Eltern gewährt haben. Eingeschlichen hatte sich dieser hinterhältiger Verderber, denn nichts mehr als morden um des eigenen Vergnügens willen hatte er im Sinn. Noch in der gleichen Nacht mochte der Fremde sich erhoben haben, um als blutsaugender Vampir Szarkos Familie aus der Welt der Lebenden zu reißen. Szarko selbst war schlafenderweise ahnungslos und arglos geblieben und so kam der tödliche Biss auch über ihn. Doch die lange Dunkelheit des Todes spie ihn wieder hinaus und so musste Szarko erkennen das jener Wanderer einen Gefährten wollte. Im Tode vereint, zwei junge Männer, die Mittelerde durchstreifen sollten, wie hungrige Raubtiere. Szarko war das Gefühl und jeder Gedanke an dieses Dasein mit der ersten Minute zuwider und sein rasender Zorn, der ihn sonst nur selten so übermannte, ließ ihn den Fremden brutal verscheuchen. Sogar töten hätte er ihn wollen, aber es gelang nicht, nicht in dem Moment. Lange Jahre saß nun der junge Vampir allein auf dem Hof, der um ihn herum langsam zerfiel. Trauer ließ ihn tatenlos verharren und Zweifel lies ihn verwirrt erscheinen. Doch nach langer Zeit kehrte auch die Wut zurück und er spürte, daß auch noch jener Wanderer aus jener finsteren Winternacht von einst auf der Welt wandelte. Seine Rache sollte nun nach langen Jahren folgen. Er würde vernichten, was damals ihm alles genommen hatte.

So streift nun also Szarko, der Vampir durch die Lande. Getrieben von stillem Rachedurst und immer auf der Hut vor Feuer, Sonnenlicht und dem Religiösen. Sein Weg und der Weg seiner Kameraden wurde von einem eifrigen und mutigen Hobbit namens Bernulf „Schreiberling“ Bolger von Anfang an aufgezeichnet und kann hier nachgelesen werden...